Wie ich die Angst vor dem Meer bekämpfte & den Open Water Diver Tauchschein machte

Angst vor dem tiefen Meer und Tauchen passt nicht so richtig zusammen. Noch vor zwei Jahren hatte ich sogar Angst und großen Respekt vor dem Schnorcheln. Da mein Freund schon taucht seit dem er 10 Jahre ist, liebt er das Meer – ganz ohne Angst versteht sich. Meine Angst begründet sich in dem Kontrollverlust – wenn ich nicht sehe, was unter mir ist oder was sich in dem tiefen Blau weiter draußen verbirgt.

Fahrt zum Tauchplatz im Roten Meer

Mit Schnorcheln an das Meer gewöhnen

Daniel ermutigte mich zum Schnorcheln – zuerst in Thailand 2017 und dann in Panama 2018. Oft gab es Riffe direkt am Strand. Das gab mir Sicherheit – wenn es mir zu Anstrengend oder heikel wurde, konnte ich immer wieder raus. Mit dem Schnorchel und der Tauchmaske hatte ich so meine Probleme – die ich jetzt nach dem Tauchkurs glücklicherweise nicht mehr habe. Doch später dazu mehr.

Mit einer „Full-Face-Maske“ – in meinem Fall von Decathlon – konnte ich entspannt eine Stunde durch Schnorcheln – ohne Atemprobleme, beschlagener Maske, Wasser in der Maske oder im Schnorchel.

Wieso Du keine Angst vor Meeresbewohnern haben musst

Die Angst vor Fischen ist eigentlich vollkommen unbegründet. Sie tun dir nichts. Sehe es einfach so: Du bist Gast in ihrem zuhause und musst dich einfach angemessen verhalten. Schwimme nicht zu nahe, fasse nichts an, halte dich nicht an Korallen fest und wirbel keinen Sand auf. Die Angst vor der Tiefe des Meeres, sie ist nur noch über Wasser weit draußen auf dem Meer vorhanden. Die Angst vor dem Ungewissen – die Tatsache, das wir Menschen den größeren Fischen ganz klar unterlegen sind, weil wir uns unter Wasser nur langsam bewegen können. Doch das würde nur eine Rolle spielen, wenn uns ein Fisch angreifen sollte. Wann das passiert? Nur wenn du ihn ärgerst und zu sehr in seinen Lebensraum eindringst. Schwimme ruhig und informiere Dich über das, wovor du Angst hast. Verstehe und lerne, wieso die Lebewesen so reagieren und passe dein Verhalten an. Ganz einfach!

Haie und Hai-Babies ohne Angst beobachten

Nachdem ich dann beim Shark Bay in Thailand auf eigene Faust mit Haien beziehungsweise über Ihnen geschwommen bin, war auch die Angst vor diesen Tieren weg. Das wichtigste unter Wasser – bleibe ruhig und atme tief. Als ich die Riff-Haie (etwa 1,5 Meter) zum ersten Mal sah, schwebte ich mit meinem Schnorchel wie erstarrt ganz ruhig an der Wasseroberfläche. Die Hände am Körper und die Beine ruhig. Haie gleiten so elegant und majestätisch durch das Meer. Es sind Lebewesen, wie alle anderen auch, dessen Lebensraum und -art es zu respektieren und beachten gilt. Vor Blubberblasen, wie die eines Tauchers, schrecken sie zurück, weshalb Abnoe Taucher wie Ocean Ramsy besser beobachten können. Was ich außerdem lernte: Haie möchten mit Ihrem Opfer – bevor Sie es fressen möchten – erst „spielen“. Sie schwimmen mehrmals um das Opfer herum, auf sie zu und driften kurz davor ab. Direkt zu beißen, wäre Ihnen zu langweilig. Siehst du einen Hai, solltest Du ihn außerdem in die Augen sehen und Blickkontakt halten.

Spätestens in Panama 2018 war ich fasziniert von diesen schönen Tieren. Im Naturschutzgebiet um die Isla Coiba bei Santa Catalina im Pazifik sahen wir beim Schnorcheln sogar sieben Hai-Babies ganz nah in Korallen versteckt. Die Mama schwamm etwas weiter draußen und war um die 2 Meter lang. Verspürte ich Angst? Keineswegs! Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich so verbunden mit der Natur und dem Meer. Rund herum war nichts, außer wunderschöne Natur. Ich kann jedem nur empfehlen, einmal in einem Naturschutzgebiet zu Schnorcheln oder zu Tauchen. Zurück im Ort angekommen, schwärmten die Taucher davon, gleich mehrere Hai-Arten gesehen zu haben, zum Beispiel auch Walhaie. Sie zählen zu den größten Haien und können bis zu 18 Meter lang werden. Dabei essen sie Plankton und haben ein großes Maul, um Nahrung beim Schwimmen aufzunehmen. Hierbei gilt natürlich: niemals vor einem Walhai schwimmen! Er kann nicht sehen, was vor ihm schwimmt und ob er einen Taucher vor sich hat. Letztens hörte ich, dass ein Taucher, in sein Maul geriet aber wieder ausgespuckt wurde! Also: für mich gibt es keinen Grund mehr, Angst unter Wasser zu haben!

Nachdem ich die Taucher von der Unterwasserwelt schwärmen hörte, dachte ich mir nur: „Wow, das will ich auch“. Doch das geht nur mit einem Tauchschein. So kam es, dass ich mich dazu entschied, vor meiner nächsten großen Reise einen Tauchschein zu machen.

Tauchen lernen bei einer deutschen Schule in Hurghada

Mein Freund lernte mit nur 10 Jahren das Tauchen in Hurghada bei dem Jasmin Diving Center. Selbst mein Professor und Erstgutachter meiner Bachelorarbeit legte mir die Tauchschule wärmstens ans Herz.

Eine gute Tauchausbildung war mir besonders wichtig. Im Ausland hörten wir oft von anderen, wie Tauchkurse beispielsweise in Thailand abliefen. Mein Freund lernte in Hurghada im Vergleich dazu mehr und ist somit besser auf Krisensituationen vorbereitet. Wie mir in der Tauchschule beigebracht wurde: „Menschen machen Fehler. Du wirst auch Fehler machen. Es ist nur wichtig, dass Du in diesen Momenten richtig reagierst, ruhig bleibst, nicht in Panik ausbrichst und nach einer Lösung suchst“.

Da mein Englisch nicht perfekt ist, war eine deutsche Tauchschule für mich ein muss. Tauchkurse in Deutschland dagegen ein No-Go für mich, denn die Ostsee ist mir viel zu kalt, haha.

Tauchkurse bei PADI

Ein weiterer Pluspunkt der Tauchschule ist, dass sie zu PADI gehört. Das ist eine sehr Tauch-Organisation mit hohen Qualitätsstandards. Das äußert sich natürlich auch am Preis. Ein Tauchschein bei dem Jasmin Diving Center in Hurghada kostet 300€ plus Brevet und Lehrbuch. Mit dem Vorbucherrabatt zählte ich 260€ plus 100€ Anzahlung für Brevet und Lehrbuch. Die benötigte Ausrüstung ist beim Open Water Diver inklusive – bei den weiterbildenden Kursen ist es anders. Hinzu kommen allerdings 5 Euro für das Logbuch.

Logbuch für das Tauchen vom Jasmin Diving Center Hurghada

In der deutschen PADI-Tauchschule in Hurghada gibt es die OWD-Ausbildung nur noch in vier Tagen nicht mehr in drei. Zwei Tage Land schaut Ihr Videos und macht Pool-Übungen von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Dabei gab es eine Pause von zwei Stunden. Also nimm Dir Sonnencreme und ein Lunch-Paket vom Hotel mit. Am Ende des zweiten Tages schrieben wir die schriftliche Prüfung. Wir waren nur zu zweit und durften uns absprechen, welche Antwort wir wählen. Es war wirklich sehr locker und einfach. Also kein Stress!

Mit einem Shuttle-Bus wird man abgeholt und zurück gebracht. Das nächste „gute“ Hotel (laut der Tauchschule) ist das Albatros, in dem die meisten Taucher einchecken. Wir waren im Ali Baba Palace, was etwas günstiger ist als das Albatros und etwa 20 Fuß-Minuten entfernt – wobei ich das Laufen nicht empfehlen würde. So konnte mich mein Freund in den Pausen auch besuchen kommen.

An Tag Drei und Vier geht es auf das offene Meer. Hier gibt es ein super leckeres Buffet von der Boots-Crew – viel besser als das, was es bei uns im Hotel gab. Das Buffet wird nach dem ersten Tauchgang aufgestellt und kostet umgerechnet ca. die 5 bis 6 Euro. Bezahlt wird vorzugsweise in Landeswährung. Der Tauchschein kann übrigens bequem in Euro bezahlt werden.

Vor dem ersten Mal Tauchen hatte ich ganz schön Respekt und wurde immer ruhiger auf der Bootsfahrt zum Tauchplatz. Als ich jedoch das türkis-blaue Wasser sah, war das Gefühl wie weggeblasen und ich wollte nur noch hinein. Vorher muss natürlich noch alles angelegt werden. Ich konnte kaum gerade stehen mit der schweren Sauerstoffflasche. Danach kommt der Body-Check mit dem Tauchbuddy. Taucher-Brauchen-Saubere-Luft ist hier die Eselsbrücke. Tarierjacke auf- und ablasen, Bleigurt prüfen, Schnallen fest ziehen und Sauerstoff checken. Es folgt ein großer Schritt ins Wasser, danach wird die Tauchmaske bespuckt und abgespült. Schon geht es abwärts, das erste mal an einem Seil.

Der Druckausgleich ist das einzige, was man nicht über-Wasser testen kann. Ich habe zum Glück Wunder-Ohren und muss gar keinen Druckausgleich machen. Meine Ohren passen sich automatisch an. Ich lasse die Luft aus der Tarierjacke und sinke nach unten – wieder etwas Luft hinein und ausbalancieren. Unten angekommen fühlt es sich gar nicht tief an. Im April ist das Meer noch ziemlich kalt – ca. 22 Grad. Wir trugen ein 5mm-Anzug und waren froh uns nach dem Tauchgang in die Sonne zu legen.

Panik hatte ich zum Glück überhaupt nicht. Ich war die Ruhe selbst und auch nicht überfordert mit der Situation. Dank meiner Yoga-Stunden bin ich mir meinem Körper viel bewusster geworden und kann mich mit der Atmung entspannen. Das hat mir besonders beim Tauchen geholfen. Ich verbrauche vergleichsweise wenig Luft und schwimme ruhig. Denn Regel Nummer 1 beim Tauchen ist: Höre nicht auf, kontinuierlich zu atmen.

Ich hoffe, ich kann einigen mit meinen Taucherfahrungen helfen. Schreibt mir gern in die Kommentare, falls Ihr noch Fragen habt.

Eure Jessi

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Disconnect to connect // 📍Hurghada ▪️Wie abhängig seid Ihr von der Technik? ▪️In meiner Story habe ich heute schon erzählt, dass ich ziemlich an meinem Laptop und auch an meinem Handy hänge. Abstand halten von technischen Geräten fällt mir in den ersten Tagen des Urlaubs meistens schwer. Mal nichts tun, mal kein Multitasking, mal nicht die ganze Zeit erreichbar sein, mit Arbeits-E-Mails aufstehen, auf Toilette Kooperations-E-Mails beantworten, beim Frühstück Instagram Kommentare beantworten und was man eben sonst noch so macht… ▪️Ich persönlich muss mich zwingen mal mehrere Stunden nichts zu tun (z.B. Nur lesen oder Musik hören). Ich werde da zu Anfang unruhig und denke an all die Dinge die ich erledigen könnte. ▪️Dabei ist Offline-Zeit so wertvoll! In Asien werde ich in einsamen Orten wieder gezwungen sein, das Internet hinter mir zu lassen. Es wird mich schwer fallen, aber ich weiß, dass es gut tut und richtig so ist! ▪️Versucht es doch auch mal: Disconnect to connect. 🙌🏼 Habt einen guten Start morgen in die neue Woche 💋 #tumblroutfit #inspirationalquote #bodypositivity #tumblrgirl #freespirit #wildheart #carmushka #anajohnson #keepingupwiththewalter #christinakli #jessicartier #germanbloggergirls #franziskaelea #reisenmachtglücklich #reiseblogger_de #reiseliebe #reiselust #weltenbummler #weltentdecker #reiseblogger #reisenfuerweltentdecker #reisenistschön @wildestlovers @whiskyouth @independenthoughts @fashionsummerweek @wildestloove @yellowcitronnade

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3 Gedanken zu “Wie ich die Angst vor dem Meer bekämpfte & den Open Water Diver Tauchschein machte

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